Geschichten aus dem Leben

Die Weihnachtszeit und allgemein der dunkle Winter ist die Zeit, um Geschichten zu erzählen. Ganz bewusst erzählen wir uns dann glückliche, freudige Geschichten und Märchen. Und ein Happy-End gibt uns Hoffnung und Zuversicht, dass auch das eigene Leben irgendwann eine gute Wendung nehmen wird.

Geschichten aus dem Leben

Auch wenn einem kitschige Storys nicht zusagen, wir sind alle Meister im Geschichten erzählen. Denn unbewusst erzählen wir uns von früh bis spät unsere eigene Geschichte. Das, was wir so erlebt haben. Das, was wir lieber nicht erlebt hätten. Oder das, womit wir nicht so ganz einverstanden waren. Immerzu kreisen die Gedanken darum und wiederholen es – meist sogar mit immer denselben Worten. Das prägt sich ein.

Erzählen schafft Vertrautheit

Bei den Eltern oder Großeltern sind wir daran gewöhnt: In bestimmten Situationen erzählen sie jedes Mal diese eine Geschichte, die sie vor langer Zeit erlebt haben. Obwohl wir als Enkelkinder vermutlich bei dem Ereignis nicht dabei waren, kennen wir diese Geschichte, so als wäre es die eigene. Es spielt auch keine Rolle, ob uns das Erzählte sympathisch ist oder nicht. Es ist sehr bekannt und vertraut.

Meistens kommen in Geschichten ja mehrere Personen vor. Hast du schon mal überlegt, wie diese so vertraute Erzählung sich aus einer anderen Perspektive abgespielt hat? Wir erzählen immer aus der Sicht einer Person. Wenn wir dabei waren, sprechen wir aus der eigenen Wahrnehmung. Geben wir die Geschichte einer anderen Person wieder, übernehmen wir die Perspektive von dem, der sie uns berichtet hat. Objektivität existiert beim Erzählen nicht. Auch wenn sich der Verstand einbildet, objektiv zu sein.

Beobachten wir andere, wenn sie über ihre Erlebnisse sprechen, fällt oft auf, dass sie direkt nach der Situation durchaus unterschiedliche Varianten verwenden. Nach und nach entsteht daraus die Version, die in der Zukunft immer erzählt werden wird. Es braucht bloß den richtigen Anlass und schon ist sie da, als wäre sie gerade erst passiert. Keinem kommt dabei in den Sinn, dass die Erinnerung vielleicht trügen könnte.

Jede Geschichte ist jetzt

Das Gehirn kennt keinen Unterschied, ob ein Erlebnis gerade stattfindet oder ob davon ganz lebendig berichtet wird. Auch Jahre später kann eine Geschichte Tränen hervorrufen oder uns zum Lachen bringen. Wir erleben deshalb beim Erzählen wieder die Emotionen der Situation. Gemeinsam mit den Worten sind sie im Gehirn eingebrannt. Dadurch findet die Vergangenheit, so wie wir sie im Laufe der Zeit zurechtgelegt haben, im aktuellen Moment wieder statt.

Dieser Vorgang ist übrigens nichts, das Großeltern für sich gepachtet haben. Jeder Mensch tut das. Sobald eine Erinnerung hoch kommt, läuft dieser Prozess. Auch wenn sich nur die Gedanken damit beschäftigen. Und auch bei Kleinigkeiten. Durch Erinnern erschaffen wir Vergangenheit. Mit der Art der Geschichten gestalten wir sie aus.

Bestimmt kannst du dich an eine Geschichte aus deiner Schulzeit erinnern. Sie hat einen festen Platz in deinem Gehirn, weil sie etwas für dich bedeutet. Oft stellt man nach einiger Zeit fest, dass andere diese wichtige Begebenheit vergessen haben. Erinnerung ist eine Folge von Bedeutung.
Vermutlich bist du dir auch ganz sicher, dass die Situation auch genauso abgelaufen ist. Vielleicht haben andere Beteiligte seither immer eine andere Variante erzählt. Und dann streiten wir uns darüber, wer Recht hat.

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Sind Geschichten wahr?

Glaubst du jede Geschichte, die du hörst? – natürlich nicht! Glaubst du, was du erzählst? – ja, klar! Es ist deine Wahrheit! Wahrheit ist das, was wir meinen, dass es so ist. Indem wir Begebenheiten erzählen, formen wir unsere Wahrheit. Indem Erzählungen nach und nach feste Formen bekommen, fixieren wir unsere Sicht von der Welt. Und genauso wie ein Märchenbuch entsteht, sammeln wir unseren Schatz an Lebenserfahrung und bewahren ihn für den Rest des Lebens.

Vertrautes bedeutet Sicherheit. Wir legen unsere Vergangenheit wie einen geliebten Mantel um uns und fühlen uns darin geborgen. Es gibt ein Gefühl von Sicherheit, wenn man Geschichte schreibt. Denn auch wenn der Mantel nicht mehr so richtig passt oder die Flicken drücken, fällt es ziemlich schwer, sich von ihm zu trennen. Und dann dominieren die Geschichten unser Denken. Beim besten Willen sind sie nicht mehr zu entfernen.

Wohl keiner hat dabei so oft zugehört, wie der Erzähler selbst. Jedes Wort hat sich eingebrannt. Es ist unmöglich, nicht genau diese Version des Erlebten zu glauben. Mit den Worten haben sich auch die dazugehörigen Emotionen eingebrannt. Kannst du deine Vergangenheit vergessen?
Wie kann ein neues Gefühl den Weg zu dir finden, wenn die Gedanken bei den alten Geschichten sind? Wie kann Neues sein, wenn immerzu die Vergangenheit hervorkommt? Welche Bedeutung erzeugt die Erinnerung? Füllen fröhliche Erlebnisse oder schwierige Katastrophen dein Lebensbuch? Welche Emotionen sind dir vertraut geworden?

Lebst du für Geschichten oder für dein Mensch-Sein?

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Zusammenfassung
Geschichten aus dem Leben
Geschichten aus dem Leben
Kurzbeschreibung
Die Weihnachtszeit und allgemein der dunkle Winter ist die Zeit, um Geschichten zu erzählen. Und ein Happy-End gibt uns Hoffnung und Zuversicht, dass auch das eigene Leben irgendwann eine gute Wendung nehmen wird. Auch wenn einem kitschige Storys nicht zusagen, wir sind alle Meister im Geschichten erzählen. Denn unbewusst erzählen wir uns von früh bis spät unsere eigene Geschichte. Das prägt sich ein.
Autor
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Wir nahmen beide an einem Kurs zur Stärkung der Willenskraft teil. Statt voller Motivation in unserem Alltag das Gelernte umzusetzen, durften wir erstmal unsere Widerstände anschauen und annehmen. Unsere Erfahrungen mit dem eigenen Willen in Zusammenhang mit dem Kurs beschreiben wir in diesem Beitrag.

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