Lass uns wieder neugierig sein!

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Die Antwort zu kennen, ist das Gegenteil von neugierig sein. Offene und unbeantwortete Fragen bergen das Potenzial für Wunder. Jedem Menschen ist die Neugierde auf das Unbekannte angeboren.

Oft lassen wir uns von der Fülle der Möglichkeiten verunsichern, so dass wir den Blickwinkel beschränken und uns auf bestimmte Dinge fokussieren. Es entsteht ein Bereich des Lebens, in dem wir uns vertraut und komfortabel fühlen. Das Erleben stellt sich auf unsere Vorlieben ein und bringt uns mehr von dem, was wir schon kennen oder was dem ähnlich ist, was wir gerade bevorzugen. Das Leben funktioniert dann wie eine Social-Media-Blase. Wie wäre es, neugierig zu sein, was es sonst noch so gibt?

Erwartungslos neugierig sein ist Lebendigkeit

Neugierde ist die Freude, neues zu entdecken. Das Neue begegnet uns ständig. Entscheidest du dich für Risiko oder für Sicherheit? Wenn du nicht bewusst wählst, wird dein Unterbewusstsein automatisch dem sicheren Weg folgen, um zu verhindern, dass dir etwas zustößt. Die Sicherheit wird hergestellt, indem das Neue etwas Bekanntem zugeordnet und entsprechend bewertet wird. Das geschieht schneller als ein Wimpernschlag.
Kann man neugierig sein, ohne dass die Erfahrung gleich in einer Schublade landet? Häufig ist bereits im Vorfeld eine erwartete Schublade geöffnet. Der Gedanke, z.B. „Es könnte so oder so ausgehen“, lenkt die Wahrnehmung in eine entsprechende Richtung. Unsere Fähigkeit, Ereignisse unmittelbar einzuordnen, gibt uns das sichere Gefühl, alles im Griff zu haben.

Doch Lebendigkeit bedeutet, auf den Fluss der Entwicklung zu vertrauen. Wirklich neugierig ist man, wenn man ganz im aktuellen Augenblick aufmerksam ist und alles als es selbst achtet, ohne ihm irgendein Etikett zu geben. Solange wir etwas unbewertet einfach sein lassen, birgt es ein Risiko, weil wir nicht wissen, ob es gut oder böse ist, und nicht wissen, wie es ausgehen wird.

Die Bewertung macht uns zum Zuschauer des Lebens. Wirklich lebendig mitten im Leben sind wir, wenn wir neugierig und vertrauensvoll in Bewegung sind. Spielst du dein Leben oder beobachtest du das Spiel?

Neugierde ist Reichtum

Unser Sicherheitsbedürfnis entsteht aus Angst. Vielleicht spielt die Angst, etwas zu verpassen, eine Rolle. Oder es ist die Angst, etwas nicht zu können. Der Wunsch nach Sicherheit hält uns in der Komfortzone. Doch der vertraute Bereich umfasst immer nur einen Teil des Lebens und der Möglichkeiten. In seiner Gesamtheit ist das Leben unendliche Fülle, gleichermaßen an Vielfalt wie an Menge. Und wir – jeder einzelne von uns – sind Teil davon. Wir sind eingeladen, Vielfalt und Fülle zu erleben.

Als Zuschauer können wir diese Erfahrungen nicht machen. Deshalb ist es wichtig, neugierig zu sein. Mit diesem Antrieb entdecken wir, was bislang vom Horizont verborgen wurde. Auf dem Weg des Vertrauens wartet der Reichtum. Jeder hat hier Zugang. Fülle ist für jeden vorgesehen. Es funktioniert allerdings nicht, das große Ganze in deinen geschützten Bereich zu holen.

Lass uns wieder neugierig sein und den Reichtum des Lebens abseits der gewohnten Wege entdecken. Glücklicherweise sind Begrenzungen und Limitierungen immer selbst gemacht. Wenn es dir zu schwierig erscheint, sie zu überschreiten, hilft dir vielleicht die Vorstellung, sie zu verschieben und damit den als sicher empfundenen Bereich zu vergrößern. Je mehr Neugierde du aufbringst und neues wirklich in deine Erfahrung lässt, desto mehr Raum für Wunder entsteht in deinem Leben.

Neugierig sein auf den Zeitenwandel

Bist du neugierig, was auf uns zukommt? – darauf, wie sich die Erde und das Leben wandelt? Du wirst es erfahren, wenn du dabei mitspielst. Solange du Fragen beantwortest, lebst du nicht. Solange du fragst, was als nächstes kommen wird, erfährst du nichts. Im Leben geht es nicht darum, ein Ziel zu erreichen oder etwas abzuhaken. Es geht darum, den Prozess und das Auf-dem-Weg-Sein zu genießen und voller Freude zu leben.

Im folgenden Zitat hat Francis Bacon vom Weltall gesprochen – im aktuellen Kontext könnte es da vielleicht auch um Multidimensionalität gehen – oder was der Zeitenwandel sonst so mitbringt: „Wir dürfen das Weltall nicht einengen, um es den Grenzen unseres Vorstellungsvermögens anzupassen, wie der Mensch es bisher zu tun pflegte. Wir müssen vielmehr unser Wissen ausdehnen, so dass es das Bild des Weltalls zu fassen vermag“ (Francis Bacon). Ganz sicher ging es ihm dabei nicht um eine materielle Betrachtung, sondern um eine umfassende geistige Perspektive.

Wechseln wir von einem Zustand aus Angst oder Befürchtungen in eine offene, neugierige und vertrauensvolle Haltung! Das ist der Boden, auf dem Liebe, Freude und Frieden gedeihen. Neugierig erlebt, sind Veränderungen der Reichtum des Lebens.


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